
Moore gehören zu den faszinierendsten und wichtigsten Lebensräumen der Erde – und zu den am stärksten bedrohten. Hier erfährst Du, wie ein Moor entsteht, welche Arten es gibt und warum sein Schutz über unser Klima entscheidet.
Moore schützenEin Moor ist ein Feuchtgebiet, in dem der Boden dauerhaft mit Wasser gesättigt ist. Unter Luftabschluss werden abgestorbene Pflanzen nicht vollständig zersetzt, sondern lagern sich über Jahrtausende als Torf ab. So speichert ein Moor riesige Mengen Kohlenstoff – und wird zum wirksamsten Klimaschützer an Land.

Alles beginnt mit Wasser: Wo Regen-, Grund- oder Quellwasser nicht abfließen kann, entsteht ein nasses, sauerstoffarmes Milieu. Pflanzen wie Torfmoose wachsen an der Oberfläche weiter, während sie unten absterben – aber nicht verrotten. Schicht um Schicht wächst so der Torfkörper, oft nur rund einen Millimeter pro Jahr.
Ein einziger Meter Torf steht damit für etwa 1.000 Jahre Moorgeschichte. Wird das Moor entwässert, kehrt sich alles um: Der Torf zersetzt sich und setzt den über Jahrtausende gespeicherten Kohlenstoff als CO₂ frei.
Auf nur einem kleinen Teil der Landfläche leisten Moore Erstaunliches – für Klima und Artenvielfalt.
Nicht jedes Moor ist gleich – so unterscheiden sich die häufigsten Typen.
Wird ausschließlich von Regenwasser gespeist und ist dadurch besonders nährstoffarm und sauer. Heimat hochspezialisierter Arten wie Sonnentau und Torfmoos.
Steht in Kontakt mit nährstoffreicherem Grund- oder Oberflächenwasser. Deutlich artenreicher und oft in Flusstälern und Senken zu finden.
Entsteht, wo Quellwasser dauerhaft austritt – selten und wertvoll. Eines davon renaturieren wir im Niederlausitzer Landrücken.
Bildet sich an wasserzügigen Hängen, wo Wasser flächig austritt. Ein seltener Sonderfall unter den Moortypen.

Moore sind extreme Lebensräume – und gerade deshalb Heimat einzigartiger Arten. Zu den Tieren zählen der Moorfrosch (der sich zur Paarungszeit himmelblau färbt), der Kranich und die Bekassine. Bei den Pflanzen prägen Torfmoose, der fleischfressende Sonnentau und das weiße Wollgras das Bild.
Viele dieser Arten kommen nur im Moor vor. Mit jedem Quadratmeter, der wiedervernässt wird, kehren sie zurück.
Mehr über Tiere und Pflanzen im Moor →
Lebensraum schützenEin Hochmoor wird nur von Regenwasser gespeist und ist nährstoffarm und sauer. Ein Niedermoor steht mit nährstoffreicherem Grund- oder Oberflächenwasser in Kontakt und ist deutlich artenreicher.
Moore speichern auf nur 3 % der Landfläche doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder zusammen. Intakte, nasse Moore binden CO₂ – entwässerte Moore setzen es frei und verursachen in Deutschland rund 7 % der Treibhausgase.
Typische Moortiere sind unter anderem Moorfrosch, Kranich, Bekassine sowie zahlreiche seltene Libellen und Schmetterlinge. Viele sind streng geschützt und auf intakte Moore angewiesen.
Torf besteht aus über Jahrtausende unvollständig zersetzten Pflanzenresten und speichert enorme Mengen Kohlenstoff. Sein Abbau – etwa für Blumenerde – zerstört Moore und setzt CO₂ frei.
Der wirksamste Schutz ist die Wiedervernässung entwässerter Moore. Jede und jeder kann beitragen: torffrei gärtnern, spenden oder eine Moor-Patenschaft übernehmen.
95 % der deutschen Moore sind zerstört. Gemeinsam machen wir sie wieder nass – für Klima, Artenvielfalt und kommende Generationen.
Moor-Patenschaft übernehmenQuellen u. a.: BUND, NABU, Greifswald Moor Centrum, klimareporter. · Moor und Klima · Biodiversität im Moor. Ein Wissens-Angebot von WE WANT MOOR e. V.