
Kein Lebensraum an Land speichert mehr Kohlenstoff als ein nasses, intaktes Moor. Doch trockengelegt kehrt sich der Effekt um – und aus dem Speicher wird eine der größten CO₂-Quellen des Landes.
Moor-Patenschaft übernehmenMoore bedecken nur rund 3 % der weltweiten Landfläche – speichern aber etwa ein Drittel des an Land gebundenen Kohlenstoffs, doppelt so viel wie alle Wälder der Erde zusammen. Damit sind sie die effizientesten natürlichen Klimaschützer, die wir haben. In Deutschland sind jedoch 95 % der Moore entwässert – und genau das macht sie zum Problem fürs Klima.

Moorpflanzen entziehen der Luft CO₂. Weil das Pflanzenmaterial im nassen, sauerstoffarmen Boden nicht vollständig zersetzt wird, lagert sich der Kohlenstoff über Jahrtausende als Torf ein.
Wird ein Moor entwässert, gelangt Sauerstoff an den Torf – er zersetzt sich und setzt große Mengen CO₂ und Lachgas frei. In Deutschland verursachen entwässerte Moore so rund 7 % aller Treibhausgas-Emissionen. In moorreichen Regionen ist der Anteil dramatisch höher: in Mecklenburg-Vorpommern etwa 36 %, in Niedersachsen rund 17 %.

Der Hebel ist so einfach wie wirkungsvoll: Hebt man den Wasserstand wieder an, stoppt die Torfzersetzung – das Moor hört auf, CO₂ auszustoßen, und beginnt langfristig wieder, Kohlenstoff zu binden. Klimaschutz und Artenschutz in einem einzigen Schritt.
Auf wiedervernässten Flächen ist sogar eine nasse Bewirtschaftung möglich – die Paludikultur (etwa Schilf oder Rohrkolben) verbindet Klimaschutz mit landwirtschaftlicher Nutzung.
Intakte Moore sind die effizientesten Kohlenstoffspeicher an Land: Auf nur 3 % der Landfläche binden sie doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder zusammen. Solange sie nass sind, halten sie diesen Kohlenstoff dauerhaft im Torf fest.
Weltweit speichern Moore etwa ein Drittel des an Land gebundenen Kohlenstoffs. In Deutschland verursachen umgekehrt die entwässerten Moore rund 53 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr – etwa 7 % der gesamten Emissionen.
Bei der Entwässerung gelangt Sauerstoff an den Torf. Der über Jahrtausende eingelagerte Kohlenstoff wird zersetzt und als CO₂ (und Lachgas) freigesetzt. Aus dem Klimaschützer wird eine Klimaquelle.
Das gezielte Anheben des Wasserstands in einem entwässerten Moor. Der nasse Boden stoppt die Torfzersetzung, beendet die CO₂-Freisetzung und lässt langfristig wieder Torf und damit eine CO₂-Senke entstehen.
Die nasse Bewirtschaftung wiedervernässter Moore – etwa mit Schilf oder Rohrkolben. Sie verbindet Klimaschutz mit landwirtschaftlicher Nutzung, sodass Flächen nicht brachliegen müssen.
Jeder wiedervernässte Quadratmeter stoppt CO₂ und bindet neuen Kohlenstoff. Werde Teil der Lösung.
Moor-Patenschaft übernehmenMehr Grundlagen: Was ist ein Moor? · Torffrei gärtnern · Biodiversität im Moor. Quellen u. a.: Deutscher Naturschutzring, BUND, Heinrich-Böll-Stiftung, klimareporter, FNR. Ein Wissens-Angebot von WE WANT MOOR e. V.