
Nährstoffarm, sauer, nass – Moore sind extreme Lebensräume. Genau deshalb sind sie Rückzugsraum für hochspezialisierte Arten, die nirgendwo sonst überleben. Verschwindet das Moor, verschwinden auch sie.
Lebensraum zurückgebenBiodiversität – die Vielfalt des Lebens – ist im Moor besonders kostbar. Weil die Lebensbedingungen so extrem sind, haben sich hier Arten entwickelt, die es sonst nirgends gibt. Doch mit der Zerstörung von 95 % der deutschen Moore ist ihr Lebensraum weitgehend verschwunden. Der Schutz der Moore ist damit auch einer der wirksamsten Hebel gegen das Artensterben.

Was für die meisten Arten lebensfeindlich ist, ist für andere die perfekte Nische: Der nährstoffarme, saure und dauernasse Moorboden filtert die Konkurrenz heraus. Übrig bleiben hochspezialisierte Tiere und Pflanzen, die sich exakt an diese Bedingungen angepasst haben – vom himmelblauen Moorfrosch bis zur fleischfressenden Sonnentau-Pflanze.
Genau diese Spezialisierung macht Moore zu Hotspots der Artenvielfalt – und zugleich so verletzlich: Verschwindet der Lebensraum, haben die Arten keine Ausweichmöglichkeit. Wer lebt konkret im Moor? Das zeigen wir auf unserer Seite Tiere und Pflanzen im Moor.
Vier Gründe, warum intakte Moore für das Leben weit über ihre Grenzen hinaus wichtig sind.
Viele Moorarten stehen auf der Roten Liste. Das intakte Moor ist oft ihr letzter Rückzugsort – ohne ihn sind sie akut vom Aussterben bedroht.
Die extremen Bedingungen schaffen einzigartige Nischen. Hier überleben Arten, die in „normalen" Landschaften längst verdrängt wären.
Moore verbinden Lebensräume und ermöglichen Wanderung und Austausch von Arten – ein Baustein im größeren Netz der Natur.
Moore speichern Wasser wie ein Schwamm, kühlen ihre Umgebung und puffern Hochwasser – Leistungen, von denen auch der Mensch profitiert.
Wenn der Lebensraum verschwindet, verschwinden die Arten. Entwässerung, Torfabbau und Bebauung haben den Mooren ihre Grundlage entzogen – nass zu sein. Mit jedem trockengelegten Hektar ging ein Stück einzigartiger Artenvielfalt verloren. Die gute Nachricht: Wiedervernässung kann diesen Prozess umkehren. Kehrt das Wasser zurück, siedeln sich Torfmoose, Insekten und Vögel oft überraschend schnell wieder an – das Moor wird erneut zum lebendigen Hotspot.
Biodiversität ist die Vielfalt des Lebens – von Arten über Gene bis zu Lebensräumen. Im Moor ist sie besonders bemerkenswert, weil die extremen Bedingungen einzigartige, hochspezialisierte Arten hervorbringen.
Der nährstoffarme, saure und nasse Boden schafft Nischen, in denen nur speziell angepasste Arten überleben. Diese Spezialisierung macht Moore zu Rückzugsräumen für Arten, die anderswo verschwunden sind.
Rund 70 % der Moorpflanzen stehen vor dem Aussterben. Auch viele Tiere – etwa Moorfrosch, Kranich, Bekassine oder Birkhuhn – sind auf intakte Moore angewiesen und stehen auf der Roten Liste. Ein Überblick: Tiere und Pflanzen im Moor.
Ein wissenschaftliches Verzeichnis gefährdeter Arten. Viele typische Moorarten sind dort geführt – ein Warnsignal, wie stark der Verlust der Moore die Artenvielfalt trifft.
Kehrt das Wasser zurück, entstehen wieder die Bedingungen, die Moorarten brauchen. Torfmoose, Libellen, Frösche und Watvögel siedeln sich neu an – der Lebensraum und seine Vielfalt kommen zurück.
Mit jedem wiedervernässten Quadratmeter kehren Moorfrosch, Kranich & Co. zurück. Werde Teil davon.
Moor-Patenschaft übernehmenMehr dazu: Tiere und Pflanzen im Moor · Was ist ein Moor? · Moor und Klima. Quellen u. a.: Heinrich-Böll-Stiftung, BUND Naturschutz, MoorFutures, NABU. Ein Wissens-Angebot von WE WANT MOOR e. V.