Quellmoor bei Bornsdorf

Erste Revitalisierungsschritte im Moor

In der Niederlausitz sind viele Moore in den vergangenen Jahrzehnten durch den Braunkohlebergbau stark geschädigt bzw. auch vernichtet worden. Mit der Flutung zahlreicher Tagebaurestgewässer stiegen die Grundwasserstände hier wieder großflächig an. Das Ansteigen der Grundwasserstände machte sich durch die zunehmende Vernässung ehemaliger Feuchtgebiete bemerkbar. Damit ergibt sich in dieser Region die Möglichkeit, aber auch die Notwendigkeit, gestörte Moorökosysteme wiederherzustellen.

Das ca. 7 Hektar große Quellmoor bei Bornsdorf befindet sich im Naturpark „Niederlausitzer Landrücken”, im Landkreis Dahme-Spreewald. Die aktuelle Moormächtigkeit des Quellmoors beträgt nach Stichpunktmessungen zwischen 0,80 und 1,30 m Torfauflage, durch die langjährig vollständige Entwässerung ist von hoch zersetzten Torfen auszugehen. Zwei weitere wertvolle Quellmoore (Quellmoor Grünswalde und Brandteichmoor) nördlich Bornsdorfs konnten bereits durch Revitalisierungsmaßnahmen gesichert werden. Vergleichbare Moore sind in Brandenburg extrem selten, entsprechend schutzwürdig und klimarelevant.

Besonderheiten der Lausitzer Moore sind der besonders hohe Gehalt der Minerale Pyrit und Markasit, diese sind nur stabil unter Luftabschluss. Bei Zutritt von Sauerstoff zerfallen sie in die Hauptbestandteile Eisen und Sulfat und sind Verursacher der heute unter dem Begriff „Braune Spree“ deutlich sichtbaren Verockerung der Fließgewässer und der unsichtbaren Versauerung. Auch das Bornsdorfer Fließ, Ableitgewässer für das beschriebene Quellmoor kämpft mit diesen Folgen der Moordegradierung durch langjährigen Wasserentzug. Langfristig käme zur Reduktion von Eisen und Sulfat in dem Gewässer nur die Anhebung des Moorwasserspiegels auf Oberflächenniveau mit langfristiger Eisen- und Sulfatfestlegung in Frage.

Projektziele und -maßnahmen

Das Ziel des Projektes ist die Erhaltung des noch verbliebenen Torfanteils als Kohlenstoffsenke, der Wasserrückhalt zur Wahrnehmung der Kühlungsfunktion von Mooren und der Erhalt moortypischer Vegetation. Gleichzeitig soll exemplarisch die Vereinbarkeit von Moorschutz und Sicherung des bewohnten Umfeldes aufgezeigt werden. Im Einzelnen werden folgende Maßnahmen angestrebt:

Sicherung

... eines Wohnstandortes gegen Oberflächenwasser. Eine Versickerung findet durch die stark vererdeten Torfe nicht mehr statt. Daher muss ein Erddamm und eine flachen Abzugsrinne davor errichtet werden, um das anströmende Oberflächenwasser in die vorhandene Vorflut des Binnengrabens abzugelenen.

Verringerung

... der Moorentwässerung durch den Einbau von Grabenplomben. Der langfristig angestrebte Effekt der Eisen- und Sulfatfestlegung bedarf der Einstellung hoher, oberflächennaher Wasserstände im gesamten Moorkörper. Daher werden im zentralen Moorentwässerungsgraben insgesamt 5 Grabenplomben gebaut.

Anhebung

... der oberflächennahen Wasserstände durch Grabenplomben und -verschlüsse. An ausgewählten Stellen sind in den Binnengräben könnnen weitere Grabenplomben gesetzt werden. Auch die vollständige Verfüllung von Gräben ist in Betracht zu ziehen. Dies soll vorzugsweise zur Sicherung angrenzender Nutzungen und schadlosem Abfluss des Überschußwassers erfolgen.

Flächenerwerb

... und Grünlandnutzung. Zur Sicherung der Maßnahmen und zur Entlastung von Eigentümern wird der Ankauf der Flächen zum Gutachterwert angeboten. Im Randbereich des Quellmoores Bornsdorf bestehen Nutzungen als Dauergrünland. Die angepasste Nutzung mit moorschonendem Grundwasserstand soll beibehalten und gesichert werden.

Unser Tag im Moor

Quellenangaben

Projektskizzen: Archiv Naturparkverwaltung
Inhalt: Landesamt für Umwelt Brandenburg, Udo List / WE WANT MOOR e. V., Lena Bahlmann