Revitalisierung der „Kleinen Hölle“

In der moorreichen Calauer Schweiz ist der Moorschutz und die Renaturierung von Mooren ein wichtiger Bestandteil des Klima- und Artenschutzes sowie eine vorbeugende Maßnahme zum Schutz der Wälder in Trockenperioden.

Am Nordrand der Calauer Schweiz, bei Werchow, liegt die „Kleine Hölle“, ein eindrucksvoll eingeschnittenes Kerbtal welches vom Cabeler Bach und seinen Nebenarmen durchströmt wird. Es trägt den Namen „Hölle“, weil es auf ein versumpftes, kühles und dunkles Gebiet verweist. Mehrere Quellaustritte aus umliegenden Höhenzügen speisen die „Kleine Hölle“ mit Wasser und lassen durch ausgeprägte Tal- und Kessellagen kleine Versumpfungsmoore entstehen. Die Talhänge sind mit uralten Eichen, Buchen und den Niederlausitzer Tieflandfichten bewachsen.

Nach der Wiederaufforstung der Calauer Schweiz, wurde in den 1930er Jahren der Wasserhaushalt durch das Einbringen von Entwässerungsgräben verändert. Seitdem wurde das Wasser schnell abgeleitet. Dabei fehlt es dem Moorkörper und dem Wald – insbesondere in trockenen Sommern.

Einblicke in's Moor

Projektziele und -maßnahmen

Das Moorschutzprojekt zielt darauf ab, das Quell- und Niederschlagswasser wieder länger im Gebiet zu halten. Das Quell- und Hangwasser, welches sich aus den umliegenden Höhenschichten speist, soll zurückgehalten werden. Der Wasserüberschuss begünstigt das Wachstum von Torf bildenden Moosen, Wollgräsern, Seggen oder Schilf. Der Moorkörper könnte sich regenerieren. Die ausgleichende Wirkung auf das Wasserangebot und das Lokalklima käme zugleich den umliegenden Waldbeständen zugute.

Hierfür werden sogenannte Torfplomben oder auch Moorplomben an dem Cabeler Bach gesetzt. Es wird ein Grabenabschnitt vollständig verfüllt, damit er unterirdisch strömendes Wasser nicht ableiten kann. Insgesamt sind 12 Moorplomben geplant.

Zur Verfüllung wird die oberste benachbarte etwa 20 Zentimeter starke Pflanzen- und Bodenschicht als Füllmaterial abgetragen. Darunter verbergen sich in den tieferen Bodenschichten Samen von Moorpflanzen, die dort viele Jahrzehnte überdauert haben. Sobald diese Licht und Luft erhalten, keimen sie, geben dem Moor eine neue Chance und verleihen der Landschaft ein fast vergessenes Aussehen.

Die Restprofile der Gräben verbleiben als Wasserspeicher. Sie bieten Bergmolchen und nordischen Libellenarten Rückzugsräume, bis sie in weiter Zukunft verlanden.

Der Wanderweg am Lugteich muss in Teilbereichen angehoben werden, um die jährlichen Überflutungen des Weges zu verhindern. Es wird am Zugang Stegschänke eine Furt zur Wasserableitung mit Hilfe von Lesesteinen eingebaut.

Die Organisation

Im Naturschutzgebiet erfolgen alle Arbeiten von Hand, in Zusammenarbeit mit dem Naturpark Niederlausitzer Landrücken. Deshalb werden Spaten, Schippe, Eisenharke, Hacke und Schubkarre die Arbeitsgeräte sein. Wir danken Herrn Jörg Kubik für sein Engagement, die Freiwilligen bei Bedarf zu beherbergen und sein Privatgrundstück für die Aktion zur Verfügung zu stellen.

Die Aktion wird an einem Wochenende geplant, ein genauer Zeitpunkt wird bei Zeiten vereinbart. Wir freuen uns über jede tatkräftige Unterstützung, ob Schulklasse, Fußballverein, Hobbygärtner oder ein Büro-Team Ausflug, alle sind herzlich Willkommen!

Wir hoffen auf eine wunderschöne Zeit in der Natur, mit einem guten Ergebnis bei der Renaturierung der Kleinen Hölle, mit interessanten Gesprächen und Spaß bei der Arbeit. Bei Interesse meldem Sie sich bitte per Mail: naturcamp(at)joerg-kubik.de

Unterstützen Sie das Camp!

Mit einer Spende können auch Sie sich für diese besonderen Aktion einsetzen. Jeder Beitrag hilft, auch wenn er klein ist. Wir benötigen noch weitere Mittel für die Versorgung und Verpflegung der Freiwilligen. Damit kann die „kleine Hölle“  renaturiert werden und so der Lebensraume für einzigartige Tiere und Pflanzen gesichert werden. Geben Sie bei Ihrer Spende bitte den Verwendungszweck „Moor Camp“ an.

 

Quellenangaben

Mehr Informationen finden Sie im Exposé und Flyer.

Fotos: Jörg Kubik
Inhalt: Jörg Kubik, Naturpark Niederlausitzer Landrücken Udo List,
WE WANT MOOR e. V. Lena Bahlmann