Vier Projekte in der Calauer Schweiz 2026

Über 30 Plomben sind schon gesetzt, das Moor vernässt sich wieder. 2026 packen wir wieder an. Ein Überblick über das neue Moorjahr.

Seit 2022 unterstützen wir die Moor-Renaturierung in der Calauer Schweiz – mit Spenden und ab und zu auch mit einem Tag voller Einsatz im Moor. 

Die kontinuierliche Arbeit vor Ort leisten Jörg Kubik (Koordination), die NaturFreunde Brandenburg und der Naturpark Niederlausitzer Landrücken mit Udo List.

Das neue Moor-Jahr hat begonnen und in der Calauer Schweiz im Süden Brandenburgs warten gleich vier spannende Naturschutzmaßnahmen auf uns. Gemeinsam mit unseren Partnern vor Ort packen wir 2026 wieder an, wo es nötig ist: Wir sichern ein bedrohtes Quellmoor, halten Wasser im Kesselbach, unterstützen die Dammsicherung am Hochmoorteich und schützen einen Wanderweg am Lugteich. Hier bekommt ihr den Überblick, was geplant ist, wer dabei ist und wann ihr dabei sein könnt.

Rückblick: Was 2025 schon geschafft wurde

Bevor wir nach vorne schauen, ein kurzer Blick zurück: 2025 haben wir in den Bereichen Kesselbach und Cabeler Bach die ersten Moorplomben eingebracht. Das Ergebnis lässt sich sehen – die Plomben haben sich gut entwickelt und halten das Wasser zuverlässig in den Staubereichen. Genau auf dieser Grundlage bauen wir 2026 auf.

Weiter geht's in der „Kleinen Hölle“

Die Kleine Hölle ist unser „Herzstück" in der Calauer Schweiz: ein nur etwa ½ Hektar kleines Hang-Quellmoor, klein, aber ökologisch wertvoll. Seit dem ersten Work Camp im Oktober 2022 sind wir hier regelmäßig im Einsatz, und das Moor zeigt, dass sich der Aufwand lohnt. Dank zahlreicher bereits gesetzter Plomben vernässt es sich wieder spürbar, Torfmoose siedeln sich an, und seltene Arten kehren zurück.

Warum es die Kleine Hölle so schwer hat: Die Kleine Hölle liegt in einem nordwestlich entwässernden Kerbtal der Calauer Schweiz. Der Cabeler Bach, der das Moor entwässert, wurde einst künstlich vertieft, um zwei nachgelagerte Teiche mit Wasser zu versorgen. Ein Plan, der mit dem kleinen Einzugsgebiet von Anfang an gewagt war und heute keine Aussicht auf Erfolg mehr hat. Das Moor hält sich tapfer, weil sich die alten Stichgräben immer wieder zusetzen. Aber der Graben spült sich bei Starkregen frei, und das Moor verliert Wasser. Weiter Handlungsbedarf, Jahr für Jahr.

Was 2026 konkret ansteht: Im oberen Quellgebiet werden die nächsten vier Plomben P1 bis P4 eingebracht. Damit schließen wir eine weitere wichtige Lücke im Quellbereich. Logistisch heißt das wieder Handarbeit pur:

  1. Anlieferung von Füllböden und Lesesteinen über den grünen Wanderweg 
  2. Provisorische Holztrassen für den Transport mit Schubkarren ins Moor 
  3. Einbau der Plomben P1 bis P4 im oberen Quellgebiet 
  4. Rückbau der Trassen und Beräumung des Wanderwegs von Bruchholz

Jede zusätzliche Plombe bringt die Kleine Hölle ein Stück näher an einen stabilen, natürlich funktionierenden Wasserhaushalt, und wir sind gespannt, wie sich das Moor nach dem nächsten Einsatz weiterentwickelt.

Projekt 2: Wasserrückhalt im Quellbereich Kesselbach

Der Kesselbach entwässert Richtung Nordwesten durch das Zentrum des Naturschutzgebiets Calauer Schweiz bis zum Settinchener Teich. Ein Blick auf alte Karten zeigt, wie weit sich das Quellgebiet über die Jahrzehnte zurückgezogen hat: Lag die Quelle laut Reichs-Meßtischblatt (1936–1942) noch bei 145 m üNN, findet sich der Quellverweis auf aktuellen Karten erst deutlich tiefer, bei rund 125 m üNN. Ein sichtbarer Hinweis auf das langsame „Ausbluten" der Hochfläche durch die verringerte Grundwasserneubildung.

Was wir 2026 tun – als Fortsetzung der Arbeiten aus 2025:

  1. Plombe P3 wird nachträglich eingebaut (in 2025 nicht mehr geschafft) 
  2. Plombe P2: Der vorhandene Damm wird stabilisiert 
  3. Plombe P5: Mit Oberflächenanhebungen nachgebessert Wehr W1: Im Talrandbereich geschlossen, vorgelagerter Graben verfüllt
  4. Plombe P7: Oberhalb von P6 wird in den trockenfallenden Bereich eine neue Plombe eingebracht

Projekt 3: Dammsicherung am Hochmoorteich

Am Unter- und Hochmoorteich stehen Sicherungsarbeiten am Damm sowie die Erneuerung des Überlaufs an – umgesetzt als Einzelmaßnahme im Rahmen eines Spendenprojekts. Diese Arbeiten legen wir bewusst in den Zeitraum des Internationalen Moorcamps im August, damit viele helfende Hände mit anpacken können. Die Koordinierung übernimmt der Naturpark Niederlausitzer Landrücken (Udo List).

Projekt 4: Furt am Zugang Lugteich

Auf dem grünen Wanderweg zum Lugteich kam es in der Vergangenheit bei Starkregen immer wieder zu Überschwemmungen. Die Lösung: Wir bauen eine Furt aus Lesesteinen ein. So kann das Wasser bei Starkregen schadensfrei in den Ablauf des Lugteiches entwässern. Gleichzeitig wird der Wanderweg am Lugteich vom Schilf befreit – damit er für alle wieder gut begehbar ist.

Jetzt dabei sein!

Was 2026 gebraucht wird und wo ihr ins Spiel kommt

Damit all das Realität wird, läuft hinter den Kulissen viel: Finanzierung, Antransport von Füllböden und Lesesteinen, Sägen von Robinienholzpfählen, Bereitstellung von Material und Werkzeug. Allein an Material und Maschineneinsatz rechnen wir mit rund 3.000 Euro. Vor Ort zählt aber vor allem eines: Hände, die mit anpacken.

Mitmachcamps 2026 – gemeinsam raus ins Moor

Ob für einen Schnuppertag oder eine ganze Woche – in der Calauer Schweiz gibt es 2026 viele Gelegenheiten, mit uns aktiv zu werden:

Termine

Danke an unsere Partner

Ein großes Dankeschön geht außerdem an die Lions Deutschland und alle Teilnehmenden des Move for the Planet: Eure Spenden fließen direkt in unsere Arbeit in der Calauer Schweiz und machen Projekte wie die Sicherung der Kleinen Hölle überhaupt erst möglich. Danke, dass ihr das gemeinsam mit uns möglich macht!

Anmeldung MOVE 2026